Eine Faktensammlung für Skeptiker und Umsteiger

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 E-Zigaretten Retten Leben

E-Zigaretten - was ist das, wie funktioniert das und ist das nicht alles mindestens genauso gefährlich wie Tabakrauchen? Mit dieser Faktensammlung wollen wir Ihnen einen Überblick über die Thematik und die aktuelle Studienlage geben und mit Vorurteilen und Unwahrheiten aufräumen - und Umsteigern auf dem Weg zum Nichtrauchen Tipps geben.

 

“E-Zigaretten sind genauso
schädlich
/ noch schädlicher
als Tabakzigaretten”

Falsch! Der Dampf von E-Zigaretten ist erwiesenermaßen deutlich weniger schädlich als Tabakrauch. In vom britischen Gesundheitsministerium (Public Health England, PHE) in Auftrag gegebenen Studien 2015 und 2018 wurde festgestellt, dass E-Zigaretten mindestens 95% weniger schädlich sind als konventionelle Zigaretten1.

Auch der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2018 stellt fest2:

“Während die Nikotinaufnahme der der klassischen Zigarette entsprechen kann, liegt die Konzentration der weiteren Schadstoffe im E- Zigarettenaerosol bei sachgemäßem Gebrauch allerdings deutlich unter dem Rauch der konventionellen Zigarette.”

Und was ist mit Formaldehyd und den krebserregenden Stoffen, von denen im Zusammenhang mit E-Zigaretten immer gesprochen wird? Die Methodik der Untersuchungen, die diese Stoffe nachgewiesen haben sollen, ist an sich bereits fraglich - aber selbst wenn: Setzt man die gemessenen Werte ins Verhältnis zu denen im Tabakrauch, dann liegen letztere um ein Vielfaches höher. Bei üblichem Gebrauch enthält der Dampf ähnliche Konzentrationen an Formaldehyd wie die Umgebungsluft3. Der Konsum einer E-Zigarette ist nicht gleichzusetzen mit frischer Bergluft, im Vergleich zum Tabak aber viel weniger schädlich!

 

“Nikotin ist ein Nervengift /
verursacht Krebs /
schädigt die Gefäße”

Falsch! Die Wirkung als Nervengift tritt erst bei massiver Überdosierung auf, die bei Inhalation von E-Zigaretten nicht erreicht wird. Im Herz- Kreislaufsystem führt Nikotin, ähnlich wie Koffein, zu einer leichten Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz. Diese Effekte sind klinisch unbedenklich, das Risiko für schwere Erkrankungen wird durch Nikotin nicht erhöht3. Nikotin gilt auch - unstreitig - nicht als krebserregend4.

E-Zigaretten haben sogar den Vorteil, dass die Nikotindosis durch den Nutzer angepasst werden kann: Nachfüllflüssigkeiten (so genannte ELiquids) gibt es in verschiedenen Stärken, von nikotinfrei (0mg/ml) bis zu der in der EU höchsten zulässigen Dosis von 20mg/ml. Viele Nutzer von E-Zigaretten reduzieren mit der Zeit die Nikotindosis von sich aus und dampfen entweder nur noch nikotinfrei oder beenden den Konsum sogar vollständig.

Raucher sterben nicht durch die Folgen des Nikotinkonsums. Ursache für die gesundheitlichen Folgen des Rauchens sind über 4.800, davon mind. 90 krebserregende Stoffe, die durch die Tabakverbrennung entstehen4. In E-Zigaretten findet jedoch keine Verbrennung statt, hier wird eine Flüssigkeit verdampft und der Dampf inhaliert.

 

“Man weiß ja gar nicht,
was alles in E-Zigaretten
enthalten ist

Falsch! Die Inhaltsstoffe der Liquids, die in E-Zigaretten konsumiert werden, sind genau bekannt und streng reguliert. Die Tabakerzeugnisverordnung enthält eine umfassende Liste verbotener Inhaltsstoffe, die in den in Deutschland in den Verkehr gebrachten E-Liquids nicht enthalten sein dürfen.

Die Basis jeden Liquids bilden Glycerin (VG) und Polypropylenglycol (PG), beides Stoffe, bei denen nach jahrzehntelanger Verwendung keine gravierenden Gesundheitsgefahren bekannt geworden sind. PG wird u.a. für Disconebel benutzt. Das Risikobewertungskomitee der ECHA hat 2016 entschieden, dass für eine Einstufung für die Kennzeichnung von PG als “Kann die Atemwege reizen” auch kein Anlass besteht5. VG wird als Feuchthaltemittel in vielen Lebensmitteln und Arzneimitteln benutzt und gilt als gesundheitlich unbedenklich6.

Neben Nikotin (optional, es gibt auch nikotinfreie Liquids) enthalten Liquids zudem auch Aromastoffe, um dem Dampf einen Geschmack zu verleihen. Dabei handelt es sich durchgehend um für die Verwendung in Liquids nicht verbotene Lebensmittelaromen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sich harmlose Lebensmittelaromen in gefährliche Giftstoffe verwandeln, wenn sie nicht verzehrt sondern inhaliert werden3.

E-Liquids unterliegen schließlich, genau wie Lebensmittel, auch der behördlichen Überwachung. Es finden regelmäßig Probennahmen und Analysen statt. Entspricht ein Produkt nicht den gesetzlichen Vorgaben, muss es aus dem Verkehr gezogen werden.

Und die Geräte? Alle in Deutschland in den Verkehr gebrachten Geräte müssen sechs Monate vor Verkaufsstart behördlich angemeldet werden, dabei sind auch Emissionsmessungen einzureichen7. Es ist bislang kein Fall bekannt, bei dem der Verkauf eines Gerätes aufgrund auffälliger Emissionen untersagt wurde oder es vom Markt genommen werden musste.

 

"E-Zigaretten
explodieren"

Falsch! Falsch! In E-Zigaretten werden Akkus benutzt, die auch in anderen Geräten, wie elektrischen Zahnbürsten oder Akkuschraubern, Anwendung finden. Bei sachgemäßer Verwendung sind E-Zigaretten sicher - und dafür haftet auch der Hersteller bzw. meistens ein Importeur nach Produktsicherheitsgesetz.

Die höchst bedauerlichen Einzelfälle, in denen es zu einer, laut Presseberichten, “Explosion” von E-Zigaretten kam, resultierten aus einem nicht sachgemäß transportierten Akku oder unsicheren selbstgebauten oder selbst importierten Geräten, in denen Schutzmechanismen fehlten. Der sichere Umgang mit Akkus (z.B: nie lose in der Tasche transportieren!) ist ein Thema, das jeder seriöse Fachhändler mit einem neuen Nutzer bespricht.

Und im Fachhandel gekaufte E-Zigaretten entsprechen den gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit, denn kein Importeur möchte die Haftung für unsichere Geräte übernehmen.

 

“E-Zigareten sind
kompliziert, machen
zu viel Dampf und
helfen nicht beim Aufhören”

Falsch! Es gibt unzählige Modelle und Varianten elektrischer Zigaretten - von großen Geräten mit vielen Einstellungsmöglichkeiten und großer Dampfentwicklung bis hin zu sehr simplen Ausführungen, die keinerlei Erfahrung voraussetzen und bei denen die Nutzung nicht schwieriger ist, als eine Schachtel Zigaretten zu öffnen.

Die Menge des produzierten Dampfes hängt vom Gerätetyp und ggf. von vorgenommenen Einstellungen ab - insbesondere die kleineren Geräte produzieren nicht mehr Dampf als eine Tabakzigarette Rauch abgibt und fühlen sich vom Zugwiderstand sehr ähnlich an.

Aktuellen Studien zufolge8 - und nach den Erfahrungen unzähliger Nutzer versprechen die E-Zigaretten eine viel höhere Chance auf einen Rauch-Stopp als andere Methoden. Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Gerätes und das Vermeiden des Fehlers, den Nikotingehalt am Anfang zu niedrig zu wählen.

 

 

Quellenverweise

(1) Evidence review of e-cigarettes and heated tobacco products, McNeill A et.al., 2018

(2) Drogen- und Suchtbericht, Oktober 2018

(3) O. Univ.-Prof. Dr. Mayer, Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Graz

(4) Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO

(5) Anhang zur ECHA-Mitteilung von 13.12.2016

(6) Sec. 182.1320 Glycerin, Food and Drug Administration (Lebensmittelüberwachungsbehörde der USA)

(7) §24 TabakErzV

(8) A Randomized Trial of E-Cigarettes versus Nicotine-Replacement Therapy, Peter Hajek, Ph.D et.al., New England Journal of Medicine, 30.01.2019

E-cigarettes May Support Smokers With High Smoking-Related Risk Awareness to Stop Smoking in the Short Run: Preliminary Results by Randomized Controlled Trial, Marianna Masiero et.al., Nicotine & Tobacco Research, Vol. 21, Issue 1, Jan 2019

Predicting vaping uptake, vaping frequency and ongoing vaping among daily smokers using longitudinal data from the International Tobacco Control (ITC) Four Country Surveys, Gary Chan et.al., Society for the Study of Addiction, 21.12.2018

 



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